Asyl ist Menschenrecht

Projekt von Schülerinnen und Schülern des Gesamtschule Rödinghausen


Mit unserem Buch-Projekt zu Gast in Rödinghausen

 

Im Jahrgang 13 der Gesamtschule Rödinghausen ist durch Eigeninitiative von Schülerinnen und Schülern ein Projekt zum Thema „Asyl ist Menschenrecht“ entstanden. Am Abend des 18. März gab es eine große Präsentation in der Schule, wo wir auch unser Buch-Projekt vorstellen durften.

 


Carla Hunting, Schülerin des 13. Jahrgangs der Gesamtschule Rödinghausen, schrieb uns dazu:

Ein normaler Schul- oder Arbeitstag geht zu Ende, man konnte den ganzen Tag über das schöne Wetter genießen. Auch die Abendstunden laden zum gemütlichen Beisammensein ein; dies ist unsere „Welt“, eine recht ruhige und sehr sichere Welt. Fern erscheinen Konflikte und Nöte andernorts, welche kurz von den Medien angeschnitten werden oder ungesehen bleiben. Während der Vorbereitungen für unsere Veranstaltung „Asyl ist Menschenrecht“ können wir das Leid und die Unruhen weltweit erahnen.  Wir hängen Informationsplakate der Hilfsorganisation Pro Asyl auf, welche einen Einblick in die Lage und Gedanken von Flüchtlingen geben. Ebenso werden selbst gemalte Bilder von Personen ausgestellt, welche in letzter Zeit aus Syrien nach Deutschland geflohen sind: Sofort merkt der Betrachter, dass es sich um echte Erfahrungen – sogar von Kindern – handelt. Ohne Worte sagen sie mehr aus als Artikel und Statistiken, die uns täglich zu diesem Thema begegnen.

Zur Eröffnung des Abends hat sich unsere Kurslehrerin Frau Berelsmann dazu entschieden, die ersten Worte an alle Anwesenden zu richten. Erschien uns die eigens organisierte Veranstaltung zuvor noch bescheiden, so führt uns Frau Berelsmann  deren Bedeutung vor Augen. So wie sie „Gesicht zeigen“ möchte und zu den Aussagen unserer Veranstaltung steht, tun wir es alle, Besucher wie Schüler. Wir wollen in unserer sicheren Heimat die Not anderer nicht ausblenden oder blind Entscheidungsträgern  vertrauen.....

Und weiter:

..... So berichtet uns Tala Albunni in Begleitung ihrer Cousine Ula von den Umständen in Syrien, welche sie zur Flucht zwangen. Dabei müssen sich die Mädchen mit Bildern Ihrer Heimat auseinandersetzen: Krankenhäuser, Schulen, Stadtteile liegen in Trümmern, der Krieg zerstört vor allem die Lebensgrundlagen der  Zivilbevölkerung. Bilder, die die Situation vor dem Bürgerkrieg zeigen, erinnern mich an Gebäude und Straßen, wie sie auch in deutschen Städten anzutreffen sind. Ich frage mich, wie ich auf Bilder der Zerstörung meiner vertrauten Umgebung reagierte; sicherlich verspüren in diesem Moment alle großes Mitleid mit den Mädchen. Wir erkennen, wie stark sich  deren und unser Alltag einst ähnelte und fühlen uns mit ihnen verbunden.......

.....Viele Programmpunkte regen stark zum Nachdenken an. Daneben lockern andere die ernste Stimmung wieder auf und zeigen Perspektiven auf. Julian Adler leitet ein Projekt, womit er Flüchtlingen und allen Interessierten in der Region Samba-Trommeln als Freizeitaktivität anbietet. Mit seiner Gruppe aus Löhne animiert er uns zu einer heiteren  Percussion und zaubert ein Lächeln auf die Gesichter aller Beteiligten....

..... Eine bessere Informationslage und aktive Annäherung würden sicherlich Befürchtungen und Berührungsängste zerstreuen. Zugleich muss jeder sich klarmachen, wer sich hinter dem Begriff „Flüchtling“ verbirgt. Diese  Bezeichnung ist ein  anonymisierter Sammelbegriff, den wir mit Not, Angst, Hilflosigkeit und der Fremde verbinden. Aber jeder Flüchtling ist individuell, ein normaler Mensch wie wir, mit gleichen Grundbedürfnissen und Gefühlen. Sogar deren und unser normales Leben  in der Heimat ist ähnlicher als viele denken mögen. Selbstverständlich treffen bei ersten Kontakten Fehler und Missverständnisse auf, die aber dank beidseitiger Freundlichkeit und Toleranz wettgemacht werden.  Es gilt für jeden Einzelnen von uns, Ängste zu überwinden und auf Flüchtlinge zuzugehen. Schließlich sind die wahren Fehler das Nichtstun, Ignorieren und Wegschicken.