Asyl ist Menschenrecht


Projekt von Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Rödinghausen

Ula’s Bild

Das großformatige Bild eines syrischen Flüchtlings-Mädchens, das auch in Rödinghausen auf der Veranstaltung „Asyl ist Menschenrecht“ zu Gast war, zur Situation in Syrien lässt uns nicht mehr los – es geht unter die Haut – spricht für sich, ohne viele Worte. Wir interessieren uns für die Entstehungsgeschichte, über die Katrin Berelsmann kurz berichtet:

Die vier syrischen Kinder Ula (14), Amar (14), Dareen (11) und Mahammad (11), die seit fünf Monaten aufgrund der Flucht aus ihrem Heimatland Syrien in Rödinghausen leben, und zurzeit eine Sprach-Förderklasse besuchen, waren in den Nachmittagsunterricht eingeladen.

Aber wie gelingt Kommunikation und Austausch über ein so kompliziertes und trauriges Thema mit Kindern, die erst wenig Deutsch können?

Das erste Zusammentreffen war geprägt von der langsamen Entstehung des Bildes, dem Austauschen von Steckbriefen und dem Aufzeichnen von gemeinsamen Zukunftswünschen und Vorlieben. In Letzterem unterscheiden sich die Kinder nämlich zur Freude aller sehr wenig. Viele treffen Freunde, spielen gern Fußball, gehen Schwimmen, hören Musik oder beschäftigen sich mit dem Computer. Bei diesen Gesprächen entstand Ula’s Bild.

Beim zweiten Treffen wurde die Stimmung zeitweise sehr nachdenklich und ernst. Ula’s Bild, auf dem die Bürgerkriegssituation in drastischer Klarheit und schockierender Grausamkeit abgebildet ist, wurde intensiv betrachtet und von den Schülern bis ins kleinste Detail beschrieben und hinterfragt. Zum Beispiel wollten sie von den Gästen wissen, wo  sich in Syrien diese Situation zeigt. Die Antwort von Amar war erschütternd: „Dieses Bild sieht man in Syrien jeden Tag und überall.“ In der Innenstadt von Damaskus ist die Lage etwas sicherer, da hier der Sitz des Präsidenten Baschar al Assad ist. Dort lebten auch die Kinder und ihre Familien.

Die Antwort auf die Frage nach Wünschen der Kinder war eindeutig: „Wir möchten wieder zurück zu unseren Freunden, wieder in Syrien spielen und zur Schule gehen, aber ohne Krieg.“ 

Text von Katrin Berelsmann, betreuende Lehrerin des Projektes