"Watch in!" und "Dorfgeflüster“

Eine Jugend- und Dorfzeitung für Buer

Das Projekt der Jugend- und Dorfzeitung

Von 2012 bis 2024 gab es das Magazin "Dorfgeflüster" und "Watch in!" in Buer - eine kombinierte Jugend- und Dorfzeitung, herausgegeben vom Netzwerk Jugendhaus Buer. Bis 2022 war der Bereich der Jugendzeitung in einem Kooperationsprojekt als Schülerzeitung "Watch out!" der Lindenschule Buer konzipiert. Seit Anfang 2022 ist nach der Beendigung des Projektes durch die neue Schulleitung der Lindenschule aus der Schülerzeitung "Watch out!" die Jugendzeitung "Watch in!" geworden, angesiedelt am Jugendwagon Buer.

Eine unabhängige engagierte Jugendredaktion traf sich regelmäßig freitags am Jugendwagon zur Redaktionssitzung. In unserer Jugend- und Dorfzeitung fanden sich regelmäßig Berichte zu ganz verschiedenen Themen und Aktivitäten rund um Buer: Berichte aus Vereinen und von Ehrenamtlichen, Informationen über aktuelle Ereignisse in Buer, Einblicke in und Hintergrundinformationen aus Geschäften, Unternehmen und Firmen, Interviews mit engagierten Menschen und Vieles mehr, was die jungen Leute interessiert. Dazu kamen Rubriken wie: Altes Buer, Bueraner Rundgang, Vereinsleben, Sport im Ort, Natur in Buer, Kinder Kinder, Landleben oder "Schule und dann?".

Das aufwändig gestaltete und sorgfältig layoutete Magazin erschien viermal jährlich mit einem Umfang von ca. 80 Seiten und einer Auflage von 1.000 Exemplaren. Finanziert wurde das Projekt über Sponsoren und private Spenden - dafür bedanken wir uns sehr herzlich, denn so konnten wir die Ausgaben kostenlos im Ort verteilen und in Geschäften, Gaststätten, in Praxen und Einrichtungen auslegen. 

Der Abschied

Die Jugendredaktion verabschiedet sich im Sommer 2024 nach einer langen Zeit der gemeinsamen Arbeit und großem Engagement. Für die jungen Leute stehen nun schulische Herausforderungen und der neue Lebensabschnitt eines Schulabschlusses und der beruflichen Ausbildung oder der Übergang in die Oberstufe im Vordergrund.

Respekt an all die vielen jungen Redakteur:innen in den 12 Jahren, die dem Ort ein so besonderes Projekt über die vielen Jahre geschenkt haben.

Gedanken der Projektleiterin zum Projektende

Der Abschied

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Freundinnen und Freunde des Dorfgeflüsters,

nach 12 Jahren endet nun das Projekt unserer Dorf- und Jugendzeitung. Die Jugendredaktion verabschiedet sich nach einer langen Zeit der tollen Zusammenarbeit und großem Engagement. Für die jungen Leute stehen nun schulische Herausforderungen und der neue Lebensabschnitt eines Schulabschlusses und der beruflichen Ausbildung oder der Übergang in die Oberstufe im Vordergrund.

Ich habe 12 spannende Jahre erlebt. Beeindruckt haben mich die vielen sehr unterschiedlichen jungen Menschen, die für eine kürzere oder längere Zeit Teil der Jugendredaktion waren – mit sehr unterschiedlichen Themen, mit sehr unterschiedlichen Interessen und Kompetenzen, aber immer interessiert ihre Themen in einem Magazin zu veröffentlichen, Texte zu verfassen, Interviews zu führen, über den Tellerrand zu schauen und Themen des Ortes aufzugreifen, die Interesse zeigten an dem, was auch außerhalb von Schule und ihrer eigenen Lebenswelt passiert – ein gelungener Beitrag junger Menschen für die Dorfgemeinschaft, ein Austausch zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Menschen, die hier im Ort aktiv sind, Kontakte zwischen Jung und Alt, kleine und große Themen im Fokus junger Menschen.

Viel Anerkennung und Respekt haben sich die Mitglieder der Jugendredaktion erarbeitet – eine Erfahrung, die sie sicherlich in irgendeiner Form auch prägt.

Es hat mir stets viel Freude gemacht, die jungen Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen - zu erleben, wie sie sich auf solch ein anspruchsvolles Projekt einlassen, sich als Team finden, ihren Ideenreichtum und ihre Themen zu erfahren, ihre Stärken zu entdecken  - und auch zu erleben, wie sie viel Positives mitnehmen können. Ich habe spannende junge Menschen kennengelernt, die mich ehrlich beeindruckt und immer wieder auch motiviert haben – eine anstrengende, aber sehr schöne Zeit.

Nun verabschieden wir uns also – und sagen herzlichen Dank an alle, die uns unterstützt, gefördert und begleitet haben. Ein weiteres großes Dankeschön geht an alle Mit-Autor:innen, die das Dorfgeflüster so vielseitig, engagiert und verlässlich mitgestaltet und mitverantwortet haben. Wir haben immer wunderbare Beiträge bekommen, die mit viel Herzblut und Engagement verfasst wurden – Respekt!

Respekt auch an all die jungen Redakteur:innen, die dem Ort ein so besonderes Projekt über die vielen Jahre geschenkt haben.

Nicht zuletzt geht ein besonderer Dank an Lukas Ehlhardt, der seit Beginn das Layout für unser Projekt verantwortet - kreativ, ideenreich, mit dem Blick für gelungene Präsentation und mit dem pädagogischem Feingefühl die jungen Menschen auf dem Weg zur Umsetzung mitzunehmen und ihnen eine Menge an Wissen und Verständnis für Layout und die Mittel der Gestaltung mitzugeben. Ohne ihn wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Lieben Dank.

Uschi Thöle-Ehlhardt

Die Arbeitsgruppen im Wechsel der Jahre


Das Konzept des Dorfgeflüsters

Die kombinierte Dorf- und Jugendzeitung - "Dorfgeflüster" und "Watch out!" - wurde 2012 ins Leben gerufen unter dem Motto: „Wir holen das Dorf in die Schule und bringen die Schule in das Dorf“.

Die Zeitung wurde initiiert vom Netzwerk Jugendhaus Buer e.V. durch die ehrenamtlich tätige Vereinsvorsitzende Ursula Thöle-Ehlhardt. In Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgemeinschaft von Schülerinnen und Schülern der Lindenschule (Oberschulzweig) im Rahmen des Ganztags entstand über einen Zeitraum von neun Jahren das zweiteilige Magazin „Dorfgeflüster“, kombiniert mit der Schülerzeitung „Watch out!“ - mit zuerst sechs Ausgaben pro Jahr, in den letzten Jahren mit jährlich vier Ausgaben mit einem Umfang von fast immer 80 Seiten.

 

Die Rahmenbedingungen

Das Magazin besteht aus zwei Teilen, die quasi gegengleich gedruckt werden – auf der einen Seite die Dorfzeitung „Dorfgeflüster“, auf der anderen Seite die Schülerzeitung „Watch out!“. Der hochwertige Druck wird durch Sponsoren, Firmen und Unternehmen aus dem örtlichen Umfeld und durch Spenden finanziert. 

Die Ausgaben erscheinen regelmäßig vier- bis fünfmal jährlich, jeweils mindestens 60 Seiten stark, in einer Auflage von 1000 Stück. Die Hefte liegen in Geschäften im Ort aus und werden zusätzlich in den umliegenden Schulen und Kindergärten, in den Seniorenwohnungen und den Alteneinrichtungen, in Praxen und Gaststätten, in die Vereine und beteiligte Unternehmen verteilt.

Zielsetzung

Ziel des Projektes „Dorfgeflüster“ ist es, dass die jungen Menschen einerseits die zahlreichen umfassenden und aufeinander aufbauenden Aktivitäten und Angebote ihrer Schule bewusster wahrnehmen und nach außen tragen – für ihre Mitschüler*innen, aber auch für die interessierten Leser*innen im Ort und im Umfeld. Dabei beschäftigen sie sich mit ihrer eigenen Lebenswelt und entdecken interessante Themenfelder, die es sich lohnt für die Öffentlichkeit vorzustellen – das können neben schulischen Themen auch Hobbys sein, Aktivitäten in Vereinen und Gruppen, ehrenamtliches Engagement, interessante Menschen aus ihrem Umfeld, Alltags- oder Freizeit-Tipps bis hin zu gesellschaftlichen und politischen Themen.

Weiterhin richtet sich das Augenmerk der jungen Leute auch nach außerhalb und beschäftigt sich mit Aktivitäten, Geschehnissen, Menschen im Ort, Initiativen, Vereinen, Firmen, Unternehmen und besonderen Ereignissen aus dem örtlichen Lebensumfeld und auch darüber hinaus. Dadurch entsteht ein direkter Bezug in die reale Lebenswelt und eine Auseinandersetzung mit dieser. Die jungen Leute lernen Akteure aus verschiedenen Bereichen, aus unterschiedlichen Generationen und Kulturen kennen, erfahren hautnah etwas über deren Aktivitäten, Tätigkeiten und Rahmenbedingungen. Das betrifft das Engagement für gesellschaftliche Bereiche genauso wie den Einblick in die berufliche Lebenswelt und die Bedingungen in Unternehmen. 

Die Auseinandersetzung mit der Lebensrealität der unterschiedlichsten Menschen (Alter, Herkunft, Geschlecht, Tätigkeits- und Wirkungsbereich) schafft einen Austausch und öffnet den Blick für die Bedürfnisse und Lebensbezüge der Generationen. Die Jugendlichen erfahren im direkten Kontakt, wofür sich z.B. die ältere Generation im Ort interessiert, wie sie ihren Alltag und ihre Freizeit verbringt, was im Ort für sie wichtig ist, welche Lebensgeschichten und besonderen Ereignisse sie beisteuern möchten, was sie aus ihrer Jugendzeit zu erzählen haben oder auch was es früher im Ort gab. 

Die Jugendlichen nehmen sich Zeit und führen Gespräche mit den Älteren. Sie müssen sich im Vorfeld versuchen in die Lebenssituation der Gesprächspartner*innen hinein zu versetzen und überlegen, was sie fragen können, wie sie sich dem Gegenüber und dem Thema annähern können. Es erfolgt ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht - der direkte Kontakt, das direkte Gespräch stehen im Vordergrund.

 

Brücke zur vielfältigen Lebenswelt

Das Projekt schafft eine Brücke zwischen schulischer Innen- und örtlicher Außenwelt. Die Arbeit in der Schülerredaktion, mit einer immer wieder neuen Zusammensetzung der Schülergruppe aus erfahrenen und neuen Mitgliedern, ist eine intensive Auseinandersetzung und Erfahrung eines konkreten beruflichen Alltags. Es ist die Arbeit in einem Redaktionsteam, in das jede und jeder eigene und unterschiedliche Kompetenzen einbringt, die gegenseitig wahrgenommen und im Team genutzt werden. Es gilt gemeinsam ein vorzeigefähiges und hochwertiges Produkt unter relativ realistischen Bedingungen mit einer Terminvorgabe und Öffentlichkeitswirksamkeit herzustellen – eine gute und praxisnahe Erfahrung beruflicher Realitäten. 

Zudem verlangt die Präsentation von Beiträgen aus dem örtlichen Umfeld die Auseinandersetzung mit den Lebensrealitäten der verschiedenen Beteiligten und unterschiedlicher Generationen. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich schrittweise hineinzudenken in die Lebensbezüge anderer Generationen und dadurch auch deren Lebensbedingungen, ihre Themen und Denkweisen zu realisieren und einzubeziehen in Texte und Berichte.  

Die Schülerredaktion vertritt mit ihrer Zeitung die Schule nach außen und bedient eine große Leserschar. Somit gilt es auch, in diesem Projekt ein Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und sich selbst als Teil einer Schulgemeinschaft und eines Teams wahrzunehmen. Die ständig wiederkehrenden Kontakte nach außen verlangen einen akzeptablen Umgang mit Kontaktpersonen und Gesprächspartnern.