Aus Chaos wird Kunst

Kids und Jugendliche lernen Graffiti

Aktuell verwirklichen die "Künstler" an der Garage eigene Ideen

Das Toilettenhäuschen ist fertig gestaltet

In den Sommerferien wurde das alte Toilettengebäude fertig gestaltet - Farbig, lebhaft, vielfältig und bunt – so wie die vielfältigen Aktivitäten auf diesem Dorfplatz es auch sind, aber mit künstlerischem Niveau.

Die Sprayer bei der Arbeit

Die Idee hinter der Aktion

Farbig, lebhaft, vielfältig und bunt – so soll es werden an Gebäuden auf dem Festplatz in Buer - so wie die vielfältigen Aktivitäten auf diesem Dorfplatz es auch sind, aber mit künstlerischem Niveau. Das Netzwerk Jugendhaus Buer initiierte ein Projekt zur Verschönerung zweier Gebäude auf dem Festplatz in Buer, das Toilettenhäuschen und eine Garage, beide mittlerweile verunstaltet durch unterschiedliche Sprayereien und zahlreiche Schmierereien. Der Baubetriebsdienst leistet die Vorarbeiten, setzt einige Dinge instand, reinigt die Flächen mit Hochdruck und räumt drumherum die Flächen gründlich frei – und dann werden in den Sommerferien unterschiedliche Gruppen junger Menschen verschiedener Altersstufen gemeinsam mit dem Fassadenkünstler Tim Methfessel aus Bielefeld kreativ tätig. 

Infos zu Arbeiten von Tim Methfessel gibt es unter: www.farbelhaft.com

Foto: Beteiligte Jugendliche: Fynn Nitsch, Nathali-Gill Flaig, Ahmed Sulaiman, Mavin Maurer (unten von links)

dahinter von links: Uschi Thöle-Ehlhardt (Vereinsvorsitzende), Klaus Wienke (Bürgerstiftung der Sparkasse Melle), Bürgermeister Reinhard Scholz, Meike Krüger (LAUTER Stiftung LK Osnabrück) und Fassadenkünstler Tim Methfessel

 

„Die Jugendlichen haben wirklich Lust darauf Graffiti zu lernen, vom Profi zu erfahren, wie man Flächen gestalten kann, wie unterschiedliche Techniken des Sprayens anzuwenden sind und wie und mit welchen Mitteln Gestaltungelemente ein harmonisches Ganzes ergeben können, wie man auch eine ‚Botschaft‘ künstlerisch rüberbringen kann“ freut sich Uschi Thöle-Ehlhardt für das Netzwerk Jugendhaus Buer über den pädagogischen Schwerpunkt dieser Aktion. 

Finanziert wird sie durch regionale Stiftungen und mit Zuschüssen aus städtischen Mitteln: 4.000 € von der LAUTER-Stiftung des Landkreises Osnabrück, 2.000 € von der Bürgerstiftung der Sparkasse Melle, 1.100 € über Mittel der Stadtjugendpflege, 500 € bewilligte der Ortsrat Buer. Dazu kommen die Eigenleistungen des Baubetriebsdienstes, der ausgesprochen hilfreich das Ganze unterstützt, und natürlich die ehrenamtliche Begleitung des Projektes durch das Team des Jugendwagons. Zum Projektstart trafen sich jetzt Vertreterinnen und Vertreter dieser Unterstützer mit einigen Jugendlichen, die am Projekt teilnehmen, sowie mit Fassadenkünstler Tim Methfessel.

Das soll sich ändern:

Stimmen zum Projektstart:

Meike Krüger (LAUTER Stiftung): „Als Vertreterin der LAUTER Stiftung des Landkreises Osnabrück freue ich mich über solche kreativen Projekte, die möglichst viele junge Leute erreichen. Uns ist es wichtig, mit unseren kleinen Beiträgen Initiativen und Vereine zu unterstützen, bei denen junge Menschen direkt von diesen Geldern profitieren, bei denen sie Erfahrungen machen, die sie weiter voranbringen und gemeinsam etwas Sinnvolles tun.“

Klaus Wienke (Bürgerstiftung der Sparkasse Melle): „Die Bürgerstiftung fördert verschiedenste Projekte mit verschiedensten Schwerpunkten hier im Raum Melle – aber auch ganz deutlich mit dem Schwerpunkt jungen Menschen zu erreiche. Für uns geht es um eine sinnvolle Freizeitgestaltung, um ein aktives Miteinander und um Projekte, in denen sinnvolle Kontakte entstehen und ein Miteinander gelebt wird. Wir begleiten den Jugendwagon und seine Projektarbeit schon etwas länger und konnten an verschiedenen Stellen hilfreich unterstützen – dank kurzer Wege und persönlicher Kontakte.“

Bürgermeister Reinhard Scholz: „Ich bin beeindruckt von der Kreativität hier beim Jugendwagon, die sich immer wieder in anspruchsvollen Projekten und mit einer guten Vernetzung hier vor Ort zeigt. Auch das Graffiti-Projekt ist ein Projekt, das unterschiedliche junge Menschen zusammenbringt und beteiligt – und dessen Ergebnis für die Öffentlichkeit weithin sichtbar wird. Wir sprechen bei solch einem Projekt auch über ‚Respekt‘ – Respekt vor der Arbeit und den Ergebnissen, Respekt aber auch vor den Personen, die sich beteiligen.“

Tim Fethfessel (Fassadenkünstler): „Hier gibt es für mich immer wieder spannende Projekte an interessanten öffentlichen Gebäuden. Auch wenn ich hier gemeinsam mit Jugendlichen arbeite und diese in die Arbeit direkt mit einbeziehe, geht es sicherlich auch um einen Anspruch an Qualität. Das möchte ich den jungen Leuten gerne vermitteln. Sie können, sollen und dürfen selbst kreativ tätig sein und mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten experimentieren – aber wie dabei auch Ästhetik und Qualität entsteht, das ist für mich die Herausforderung, das gemeinsam mit den jungen Leuten in ein Gesamtkopnzept umzusetzen. Auch die Graffiti-Kultur hat eigene Werte, die in der Szene gelten. Auch dafür möchte ich sensibilisieren – Respekt vor dem Tun und den Bildern anderer.“

Und die Jugendlichen? Was erwarten sie?

Fynn Nitsch: „Das Projekt ist für mich eine gute Gelegenheit um Graffiti-Sprayen als Kunst kennenzulernen und auszuprobieren, und das direkt von einem Profi zu erfahren und mit ihm zusammen arbeiten zu können.“

Nathali-Gill Flaig: „Ich möchte gerne mit Farben experimentieren und lernen, wie man Formen gut darstellen kann. Konkret würde ich gerne als Objekt die Zahl 2021 mir vornehmen und damit verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten ausprobieren. 

Ahmed Sulaiman: „Ich habe im letzten Jahr manchmal zugeschaut, wie die beiden Wagons neugestaltet wurden. Bei diesem Projekt möchte ich jetzt unbedingt selbst ausprobieren, wie man Graffitis professionell gestalten kann.“

Mavin Maurer: „Ich freue mich darauf, von einem Profi richtige Graffiti-Kunst kennen zu lernen und ausprobieren zu können. Vor allem möchte ich gerne Ideen bekommen, wie man Figuren unterschiedlich gestalten kann.“

 

Ursula Thöle-Ehlhardt (Vereinsvorsitzende): „Wir freuen uns wirklich sehr, dass es so problemlos gelungen ist dieses Projekt finanziell auf die Beine zu stellen. Ich bedanke mich im Namen aller bei den Förderern für die Unterstützung und das Vertrauen, und auch bei der Stadt Melle für die wirklich unkomplizierte und hilfreiche Zusammenarbeit.“