Die Wagon-Paten

Mit guter Begleitung auf dem Weg in die örtliche Gemeinschaft

Kurzbeschreibung des Projektes

Das Projekt „Wagon-Paten“ wurde von jungen Menschen am Jugendwagon initiiert, um neu zugezogene Kinder und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln aktiv bei der Integration in die örtliche Gemeinschaft zu unterstützen. Schülerinnen und Schüler aus der Lindenschule übernehmen eine einjährige Patenschaft für die Zugezogenen und treffen sich regelmäßig im Jugendwagon. Ideen zur gemeinsamen Freizeitgestaltung entwickeln die Beteiligten selbst. Durch Aktivitäten, wie Dorf-Rallyes, Besuche bei der Feuerwehr oder im Altenheim, durch Singen im Kinderchor oder gemeinsames Tanzen können sich alle kennenlernen. Das macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die interkulturellen Kompetenzen aller Beteiligten. 

Alle profitieren voneinander, indem sie sich zuhören und aufeinander zugehen, sich über die unterschiedlichen Lebenssituationen austauschen und den anderen verstehen lernen. Gemeinsam entwickeln alle miteinander Ideen, verbringen Freizeit zusammen, teilen Interessen und Erfahrungen, helfen sich - und haben auch viel Spaß miteinander.

Sport treiben, Spiele ausprobieren, Interviews machen, zusammen Kochrezepte ausprobieren, tanzen, Musik machen, sich bei Hausaufgaben unterstützen, den Ort erkunden........ gemeinsam lachen, auch mal albern sein, auch mal über Probleme und Schwierigkeiten reden - so erweitern alle gemeinsam ihren Lebenshorizont.

Anlass

Das Projekt "Wagon-Paten" startete im August 2016 im Zuge des Zuzugs von Familien mit Fluchterfahrung als Projekt „Flüchtlingslotsen“. In Buer wurden Familien aus Syrien und dem Irak untergebracht. Ziel der Überlegungen zur Unterstützung der Kinder dieser Familien war, diese möglichst schnell in Kontakt mit "einheimischen" Kindern und Jugendlichen zu bringen und sie möglichst rasch mitzunehmen in die gesellschaftlichen Strukturen und integrierende Freizeitangebote. Wir wollten den geflüchteten Kindern Gleichaltrige zur Seite stellen, die sie positiv begleiten und unterstützen. Dieses dient einerseits der Integration der Geflüchteten, andererseits werden die interkulturellen Kompetenzen und das Verständnis füreinander bei allen Beteiligten gefördert. 

Der Start

Nach einer Anwerbeaktion in der Lindenschule und am Jugendwagon meldeten sich zahlreiche engagierte Kinder und Jugendliche als 'Flüchtlingslotsen' - teilweise selbst mit Migrationshintergrund - eine vielfältige Mischung engagierter junger Menschen.  

Jeder „Lotse“ ist für ein Flüchtlingskind zuständig und steht diesem mit Rat und Tat zur Seite - nicht nur bei den Treffen am Jugendwagon, sondern auch privat, in der Schule oder bei Aktivitäten in Vereinen oder anderen Gruppen.

Die Lindenschule Buer (Oberschule) erklärte sich bereit, dieses zusätzliche soziale Engagement positiv auf den Zeugnissen zu vermerken.

Die relativ passgenaue Zuordnung von Paten gelingt relativ gut und schnell, da sich einige Kinder schon aus der Schule kennen.  Regelmäßige Treffen der gesamten Gruppe finden am Jugendwagon statt.

Aktivitäten

 Gemeinsame Ideen für die Umsetzung des Projektes - eine Mischung aus kennenlernen, erzählen, zuhören, den Ort erkunden und aktiver Freizeitgestaltung - entwickeln die Beteiligten selbst. Die Gruppe erkundet den Ort, macht Dorf-Rallyes, besucht das Altenheim, die Kindergärten, die Feuerwehr, den Sportverein, das Heimathaus oder bekommt eine Führung in der Martini-Kirche und dem Heimathaus.

 

Die Patenschaften setzen sich automatisch in der Schule fort, gemeinsam werden Schnupperangebote in Vereinen ausprobiert oder sich auch privat verabredet. 

Die Gruppe verändert sich

Aus "Flüchtlingslotsen" werden "Wagon-Paten"

Aufgrund des Umzugs eines Großteils der am Projekt „Flüchtlingslotsen“ beteiligten Kinder aus den Flüchtlingsfamilien änderte sich ab Sommer 2018 das Projekt insofern, dass einige Beteiligte die Idee hatten weitere Schülerinnen und Schülern zu unterstützen, die aus anderen Ländern aus den verschiedensten Gründen nach Buer gekommen sind und sich hier neu orientieren müssen. 

Aus dem Projekt "Flüchtlingslotsen" wurden so die "Wagon-Paten“. Auch hier findet quasi eine "eins-zu-eins-Zuordnung" statt, in denen sich schon lange in Buer lebende junge Menschen um die „Neuen“ kümmern. 

Die Gruppe spielt sehr gerne Karten -und Gesellschaftsspiele, auch Spiele, die traditionell in anderen Ländern gespielt werden.

Sie kochen und backen nach internationalen Rezepten, die jede und jeder von Zuhause mitbringt - und natürlich essen sie dann auch gerne zusammen. Dabei entstehen automatisch nette Gespräche und es wird "nebenbei" Deutsch gelernt. 


Sie haben ständig neue Ideen um sich gegenseitig besser kennenzulernen, z.B. in spielerischer Form wie bei dem Spiel “2 Wahrheiten und 1 Lüge“ oder in Form von gegenseitigen Interviews und dem Anfertigen von Steckbriefen. Wenn das Wetter passt, sind sie im Ort und in der Umgebung unterwegs und besuchen Einrichtungen und Vereine. 

Ziel ist es weiterhin, den "neuen" Jugendlichen mit ausländischer Herkunft jemanden zur Seite zu stellen, mit dem sie über sowohl Privates als auch Schulisches interagieren können. Die Atmosphäre in der Gruppe ist ausgesprochen positiv. Sprachbarrieren gibt es ab und zu, diese lassen sich durch Umschreibungen oder durch den Google-Übersetzer in der heutigen Smartphone-Zeit oft einfach lösen.

Das Projekt wurde finanziell unterstützt von: