"Zeichensetzung! Signs for democracy" 2026

Erste Ausstellung: Kunstwerke werden zum Gesprächsanlass mit der Politik

Zum ersten Mal wurden die im Projekt „Zeichensetzung! – Signs for Democracy 2026“ entstandenen Graffiti-Wände öffentlich präsentiert – im Rahmen der Diskussionsveranstaltung des Meller Kreisblatts mit den Bürgermeisterkandidierenden.

Die Kunstwerke zogen viele Blicke auf sich und sorgten für zahlreiche Gespräche. Besucherinnen und Besucher, Jugendliche, Mitglieder des Jugendparlaments und die Kandidierenden kamen miteinander ins Gespräch. Immer wieder wurde deutlich, wie vielfältig die Botschaften der verschiedenen Projektgruppen sind und wie viele unterschiedliche Perspektiven in den Graffiti sichtbar werden.

Eine Besucherin brachte ihre Begeisterung auf den Punkt: „Ich finde es toll, dass so viele unterschiedliche Gruppen ihre Ideen eingebracht haben.“ Gleichzeitig entstand ein intensiver Austausch über gesellschaftliche Entwicklungen und die Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft insgesamt, vor allem aber auch die junge Generation momentan steht.

Von vielen Besucherinnen und Besuchern gab es positive Rückmeldungen: „Ihr macht da wirklich tolle Projekte am Jugendwagon.“

Genau darum geht es bei „Zeichensetzung!“: Aufmerksamkeit schaffen, Perspektiven sichtbar machen von Menschen, die sonst nicht so sehr wahrgenommen werden, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und zum Nachdenken anregen. Die erste öffentliche Präsentation hat gezeigt, dass unser Graffiti-Projekt genau das leisten kann.

Workshop 5: Mitglieder der DRK Jugendbereitschaft und der Jugendfeuerwehr - Verantwortung übernehmen - Demokratie schützen

Mit dem gemeinsamen Workshop der Jugendfeuerwehr Buer und der DRK-Jugendbereitschaft Melle ist die Workshop-Reihe unseres Projekts „Zeichensetzung! – Signs for Democracy 2026“ erfolgreich abgeschlossen.

 

Die Jugendlichen mussten nicht lange nach Ideen suchen. Durch ihr ehrenamtliches Engagement sind sie bereits Teil einer verantwortlichen Lebensgemeinschaft, sie stehen für die Werte eines demokratischen Miteinanders, bei dem jede und jeder mit anpackt.

Aus den konkreten Vorstellungen jedes einzelnen entstand ein Bild, das die Gruppe als Ganzes widerspiegelt - eine Graffitiwand mit vielen starken Symbolen: 

Ein bunt gestalteter Feuerwehrhelm mit der Aufschrift „Peace“ steht für den Schutz von Frieden und Zusammenhalt. Ein Schlüssel vor einem Schloss sendet eine Botschaft für den Schutz der Privatsphäre: „Mein Privatleben gehört mir.“.  Weitere Motive greifen die Bedeutung von Bildung als Weg in ein selbstbestimmtes Leben auf, weiter werden das Recht auf Meinungsfreiheit, die Forderung nach Respekt und ein faires Miteinander aufgegriffen.

Demokratie bedeutet, unterschiedliche Sichtweisen einzubringen, ins Gespräch zu kommen, einander zuzuhören und etwas Gemeinsames zu gestalten.

 

Mit diesem Workshop sind nun alle sechs Projektgruppen kreativ geworden. In den kommenden Wochen werden die Graffiti gemeinsam mit den überarbeiteten Stelen an verschiedenen Orten in Melle ausgestellt und laden dazu ein, miteinander über Demokratie ins Gespräch zu kommen.

Workshop 4: Das Jugendparlament bringt aktuelle Politik auf die Graffiti-Wand

Beim vierten Workshop von „Zeichensetzung! – Signs for Democracy 2026“ war das neu gewählte Jugendparlament der Stadt Melle zu Gast. Die jungen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker nutzten die Gelegenheit, ihre Gedanken zu Demokratie, politischer Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt kreativ auf einer Graffiti-Wand festzuhalten.

Im Mittelpunkt standen viele Themen, die junge Menschen derzeit beschäftigen: politische Teilhabe, Gleichberechtigung, Bildung, der Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten und die Frage, wie unsere Demokratie geschützt und weiterentwickelt werden kann.

Die Wand vereint zahlreiche Symbole und Bildideen. Ein Zeugnis steht für den Wunsch nach guter und hochwertiger Bildung. Das Parlament mit protestierenden Menschen macht deutlich, dass Demokratie vom Mitmachen lebt und alle Menschen die Möglichkeit haben sollen, ihre Interessen einzubringen. Die Krone symbolisiert, dass Macht nicht wenigen vorbehalten sein darf, sondern in einer Demokratie vom Volk ausgeht.

Ein weiteres zentrales Motiv ist die sogenannte „Brandmauer“, die den Schutz demokratischer Werte und die Abgrenzung gegenüber extremistischen Positionen thematisiert. Ergänzt wird das Kunstwerk durch Zeichen für Gleichberechtigung, Vielfalt und Antirassismus. Auch die Darstellung zweier Menschen unterschiedlicher Herkunft, die sich lieben, setzt ein deutliches Zeichen für Offenheit und ein respektvolles Miteinander.

Während des Workshops wurde intensiv diskutiert. Aktuelle politische Entwicklungen, persönliche Meinungen und unterschiedliche Sichtweisen flossen in den kreativen Prozess ein. So entstand eine vielschichtige Graffiti-Wand, die zeigt, dass Demokratie vom Austausch lebt – auch dann, wenn Meinungen unterschiedlich sind.

Wie in allen Workshops entwickelte sich das Kunstwerk Schritt für Schritt gemeinschaftlich. Jede und jeder brachte eigene Ideen ein, gestaltete einzelne Elemente und trug dazu bei, dass aus vielen Perspektiven ein gemeinsames Bild entstand.

Workshop 3: Gemeinsam Vielfalt gestalten

Beim dritten Workshop unseres Projekts „Zeichensetzung! – Signs for Democracy 2026“ war der Interkulturelle Frauenkreis zu Gast. Auch wenn einige Teilnehmerinnen kurzfristig absagen mussten, entstand in kleiner Runde eine beeindruckende Graffiti-Wand voller persönlicher Gedanken und gemeinsamer Werte.

Im Mittelpunkt standen Themen wie Glaubensfreiheit, Zusammenhalt, Gleichberechtigung und ein respektvolles Miteinander. Jede Teilnehmerin brachte ihre eigenen Ideen und Erfahrungen ein.

Neriman war es besonders wichtig, die Glaubensfreiheit sichtbar zu machen – ein Grundrecht, das Menschen unabhängig von ihrer Religion schützt. Auf der Graffiti-Wand finden sich deshalb Symbole verschiedener Religionen wie Koran, Bibel, Buddha und eine Menora. Sie stehen unter einem schützenden Schirm in den Farben Deutschlands, vor der Silhouette der Deutschlandkarte. Darunter zeigt eine Familie, dass Menschen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen gemeinsam in Frieden leben können.

Nadine gestaltete ineinandergreifende Hände in verschiedenen Hautfarben. Sie symbolisieren Zusammenhalt und machen deutlich: Unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe gehören wir zusammen.

Nicola brachte den Wunsch ein, Worte aus dem Grundgesetz in das Kunstwerk einzubinden. Gemeinsam entstand die Idee eines Leuchtturms, dessen Licht die Werte von Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde in die Welt trägt. Die Texte auf dem Leuchtturm erinnern daran, dass das Grundgesetz Orientierung gibt und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft stärkt.

Wie bei allen bisherigen Workshops entstand das Kunstwerk im gemeinsamen Austausch. Es wurde diskutiert, Ideen wurden weiterentwickelt und miteinander verbunden. Jede Teilnehmerin hat gesprayt, gemalt und mitgestaltet. So wuchs aus vielen persönlichen Gedanken ein gemeinsames Bild – ein schönes Beispiel dafür, wie demokratisches Miteinander gelingt.

Workshop 2: Begleitschutz für die Friedensrakete

Die Reise zum „Kontinent Grundgesetz“ geht weiter: Nach der Gestaltung der Friedensrakete durch die Jugendgruppe hat nun unsere Mädchengruppe das Kunstwerk erweitert. Mit ihren Ideen gaben sie der Rakete einen ganz besonderen Begleitschutz – und brachten ihre ganz eigene Sicht auf demokratisches Miteinander ein.

Im Mittelpunkt standen Fragen wie: In welcher Welt möchten wir leben? Was brauchen Menschen, um sich frei und sicher zu fühlen?

Die Antworten der Mädchen fanden ihren Weg direkt auf die Graffiti-Wand. Sie gestalteten eine Welt ohne Hindernisse, in der jede und jeder so sein darf, wie sie oder er sein möchte. Schmetterlinge stehen für Freiheit und Hoffnung, Tiere erinnern an den Schutz von Natur und Umwelt, und klare Botschaften richten sich gegen Gewalt und für ein respektvolles Zusammenleben. Auch der Wunsch nach einer sauberen Welt ohne Müllhalden wurde künstlerisch umgesetzt.

So wird die Friedensrakete auf ihrem Weg zum Grundgesetz von den Wünschen, Hoffnungen und Vorstellungen der Mädchen begleitet. Jede Gruppe ergänzt das gemeinsame Kunstwerk um neue Perspektiven und zeigt: Demokratie lebt davon, dass viele unterschiedliche Stimmen gehört werden und gemeinsam ein großes Ganzes entsteht.

Workshop 1: Die Friedensrakete auf dem Weg zum Planeten Grundgesetz

Der Start in unser Projekt „Zeichensetzung! – Signs for Democracy 2026“ ist gelungen: Im ersten Workshop setzte sich eine Jugendgruppe vom Jugendwagon intensiv mit dem Grundgesetz auseinander.

Gemeinsam wurde diskutiert, welche Rechte und Werte für die Jugendlichen besonders wichtig sind. Was bedeutet Freiheit für mich? Warum sind Frieden, Respekt und Gleichberechtigung wichtig? Welche Rolle spielt das Grundgesetz in unserem Alltag?

Aus diesen Gesprächen entstand Schritt für Schritt die Idee für die erste Graffiti-Wand. Das Ergebnis ist eine farbenfrohe Friedensrakete auf dem Weg zum „Kontinent des Grundgesetzes“. Angetrieben wird sie von Wohlklang, symbolisiert durch musikalische Zeichen und Friedenssymbole. Freiheit bildet das Triebwerk der Rakete und entfaltet ihre Kraft in Form von Symbolen und Bildzeichen, die für die Werte des Grundgesetzes stehen.

Besonders wichtig war dabei der gemeinsame kreative Prozess: jeder brachte eigene Gedanken, Ideen und Sichtweisen ein. Aus vielen unterschiedlichen Perspektiven entstand so ein gemeinsames Kunstwerk – ein lebendiges Beispiel dafür, wie demokratisches Miteinander funktioniert.

Das Projekt

Jetzt wird es bunt, kreativ und politisch

Die erste Phase unseres Projekts „Zeichensetzung! – Signs for Democracy 2026“ beginnt ab dem 23. Juni. Sechs verschiedene Gruppen machen sich auf den Weg, ihre ganz persönliche Graffiti-Wand zum Thema „Demokratisches Miteinander“ zu gestalten.

In Workshops tauschen sich die Teilnehmenden über Demokratie, Vielfalt, Mitbestimmung und Zusammenhalt aus. Aus Gedanken, Ideen und Diskussionen entstehen Entwürfe, die anschließend gemeinsam mit einem Graffiti-Künstler auf großformatige Wände gebracht werden.

So werden Meinungen sichtbar, Perspektiven hörbar und Demokratie erlebbar. Wir sind gespannt auf sechs einzigartige Kunstwerke, die zeigen, wie vielfältig demokratisches Miteinander aussehen kann. Die fertigen Graffiti werden später im öffentlichen Raum präsentiert und laden zum Nachdenken, Austauschen und Mitmachen ein.

 

Infos zum Projekt "Zeichensetzung! Signs for democracy" 2025 findet ihr hier...

 

Ein Foto von einer Graffiti-Aktion "Zeichensetzung! Signs for democracy!" 2025 beim Familienfest "Buer ist bunt"

Einbeziehung und Überarbeitung der Friedensstelen aus dem Jahr 2009

Das Projekt „Feldzeichen zu Friedenszeichen“ wurde 2009 anlässlich des Jubiläums „2000 Jahre Varusschlacht“ vom Museum und Park Kalkriese initiiert. Ziel war es, ein historisches Symbol militärischer Macht – das römische Feldzeichen – in ein modernes Symbol für Frieden, Toleranz und Verständigung zu verwandeln. Die Aktion stellt den Gedanken in den Mittelpunkt, dass Frieden von Menschen gestaltet wird. Aus einem militärischen Zeichen wurde bewusst ein Friedenssymbol. Die individuell gestalteten Stelen zeigen die Vielfalt von Friedensvorstellungen und kulturellen Perspektiven.

Auch 2009 waren an dem Projekt schon Jugendliche des Jugendwagon beteiligt. Die damals gestalteten Friedensstelen stehen an der Skateranalge am Jugendwagon und sind mittlerweile verwittert und beschädigt - Grund genug, den Gedanken dieses Projektes mit in unser jetziges buntes Demokratie-Projekt mit aufzunehmen und sie zu überarbeiten - die Grundgedanken sind damals wie heute die gleichen.

 

Wir bedanken uns sehr beim Museum Varusschlacht Kalkriese für die Bereitstellung der Ersatzmaterialien!

Fotos von der Arbeit an den Friedensstelen aus dem Jahr 2009