„Dorfgeflüster“ und „Watch out!“

Die Dorf- und Schülerzeitung für Buer

Bundesauszeichnung für Dorfgeflüster

Schüler- und Dorfzeitung gewinnt auf Bundesebene den Sonderpreis "Total lokal" des Elbe Wochenblatt Verlags für den besten Schülerzeitungsbeitrag aus der Nachbarschaft

Die Laudatio für den Sonderpreis "Total lokal"

Die Schülerzeitung "Dorfgeflüster" ist wie für diesen Preis geschrieben. Die Redaktion lädt zu einem bildlichen und beschriebenen Rundgang durch ihren Stadtteil Buer in Melle in Niedersachsen ein. In ihrem optisch schön und abwechslungsreich gestalteten Magazin begleitet die "Dorfgeflüster" über den Wochenmarkt, stellt Initiativen für Artenschutz vor, berichtet vom Jubiläum der Landfrauen und von allem anderen, was das Dorfleben prägt.

Besonders hat uns gefallen, dass die Mitglieder der Redaktion die Lesenden mit in den Stadtteil von früher und heute eintauchen lassen und direkt zum Mitmachen und Anpacken anstiften. Wir gratulieren zu dieser tollen Ausgabe und freuen uns auf mehr.

Aus der Tagungsschrift zur Preisverleihung von Michael Heinz, Elbe Wochenblatt Verlag


Das Projekt

Die kombinierte Dorf- und Schülerzeitung wurde 2012 ins Leben gerufen unter dem Motto: „Wir holen das Dorf in die Schule und bringen die Schule in das Dorf“.

Die Zeitung wurde initiiert vom Netzwerk Jugendhaus Buer e.V. durch die ehrenamtlich tätige Vorsitzende Ursula Thöle-Ehlhardt. In Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgemeinschaft von Schülerinnen und Schülern der Lindenschule (Oberschulzweig) im Rahmen des Ganztags entsteht das zweiteilige Magazin „Dorfgeflüster“, kombiniert mit der Schülerzeitung „Watch out!“

 

Die Rahmenbedingungen

Das Magazin besteht aus zwei Teilen, die quasi gegengleich gedruckt werden – auf der einen Seite die Dorfzeitung „Dorfgeflüster“, auf der anderen Seite die Schülerzeitung „Watch out!“. Der hochwertige Druck wird durch Sponsoren, Firmen und Unternehmen aus dem örtlichen Umfeld und durch Spenden finanziert. 

Die Ausgaben erscheinen regelmäßig vier- bis fünfmal jährlich, jeweils mindestens 60 Seiten stark, in einer Auflage von 1000 Stück. Die Hefte liegen in Geschäften im Ort aus und werden zusätzlich in den umliegenden Schulen und Kindergärten, in den Seniorenwohnungen und den Alteneinrichtungen, in Praxen und Gaststätten, in die Vereine und beteiligte Unternehmen verteilt.

Arbeitsorganisation

Die beteiligten Schülerinnen und Schüler können in jedem Halbjahr die AG im Nachmittagsangebot des Ganztags der Lindenschule  frei wählen – somit ergibt sich in aller Regel eine sinnvolle Mischung aus schon erfahrenen und neuen Jungredakteur*innen. Diese bringen viel zusätzliches Engagement und Zeit in die Umsetzung des Projektes ein und nehmen zusätzliche Termine für Gespräche, Recherche und Interviews in Kauf. 

Zahlreiche Institutionen und Vereine bereichern die Dorf- und Schülerzeitung durch Beiträge, die sie mit der Redaktion abstimmen. Die Schülerinnen und Schüler werden für Gespräche und Interviews aus den unterschiedlichsten Bereichen angefragt, die sie je nach Zeitbudget in ihrer Freizeit mit Unterstützung ihrer AG-Leiterin bedienen.

Es gibt regelmäßige Rubriken im "Dorfgeflüster", wie z.B. „Altes Buer“, Berichte aus den Vereinen, Seiten für „Kinder Kinder“, „Besondere Tage“ oder „Wochenmarkt“. Die Beiträge über Aktivitäten, Projekte und den Schulalltag in der Lindenschule werden durch die Schülerzeitung "Watch out!" vielen Menschen im Umfeld näher gebracht und ermöglichen so einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Geschehnisse des Schullebens und der jungen Menschen.

Durchführung

Die Arbeit an dem Magazin erfolgt in einer zweistündigen Arbeitsgemeinschaft im Ganztag des Oberschulzweigs für die Klassen 7 bis 9, quasi als wöchentliche Redaktionssitzung. In jedem Halbjahr können sich die Schülerinnen und Schüler neu für die AG anmelden, es können aber auch interessierte AG-Mitglieder über einen längeren Zeitraum dabeibleiben.

Die Schülerinnen und Schüler bringen eigene Themen, Wissensgebiete und Interessen mit ein. Sie reflektieren ihren Schulalltag, aber auch ihre privaten Interessen und nehmen wahr, welche interessanten Dinge es dort zu berichten gibt. 

Weiterhin werden Anfragen oder Zusendungen von Berichten und Wünsche für Interviews diskutiert und dafür Verantwortliche benannt. Die Redaktionsmitglieder laden Menschen aus unterschiedlichen Bezügen zu Interviews und Gesprächen ein oder besuchen diese an ihren Wirkungsstätten – dies alles zusätzlich zu der offiziellen AG-Zeit in der Schule. In der Regel arbeiten die jungen Leute in kleinen Teams, unterstützen sich gegenseitig, verfassen gemeinsam Texte und holen sich bei Bedarf Hilfe und Unterstützung von Mitschüler*innen oder bei Frau Thöle-Ehlhardt.  Außerhalb der wöchentlichen 2 AG-Stunden in der Schule begleitet sie die jungen Leute ehrenamtlich bei vielen ihrer Recherchen und Aktivitäten im Ort. 

Das Layout wird durch einen ehemaligen Schüler der Lindenschule erstellt, der eine Ausbildung als Mediengestalter absolvierte und die Gruppe fachlich begleitet. In die Gestaltung des Layouts fließen immer wieder Ideen der Schülerinnen und Schüler ein.

 

 

 

Zielsetzung

Ziel des Projektes „Dorfgeflüster“ ist es, dass die jungen Menschen einerseits die zahlreichen umfassenden und aufeinander aufbauenden Aktivitäten und Angebote ihrer Schule bewusster wahrnehmen und nach außen tragen – für ihre Mitschüler*innen, aber auch für die interessierten Leser*innen im Ort und im Umfeld. Dabei beschäftigen sie sich mit ihrer eigenen Lebenswelt und entdecken interessante Themenfelder, die es sich lohnt für die Öffentlichkeit vorzustellen – das können neben schulischen Themen auch Hobbys sein, Aktivitäten in Vereinen und Gruppen, ehrenamtliches Engagement, interessante Menschen aus ihrem Umfeld, Alltags- oder Freizeit-Tipps bis hin zu gesellschaftlichen und politischen Themen.

Weiterhin richtet sich das Augenmerk der jungen Leute auch nach außerhalb und beschäftigt sich mit Aktivitäten, Geschehnissen, Menschen im Ort, Initiativen, Vereinen, Firmen, Unternehmen und besonderen Ereignissen aus dem örtlichen Lebensumfeld und auch darüber hinaus. Dadurch entsteht ein direkter Bezug in die reale Lebenswelt und eine Auseinandersetzung mit dieser. Die jungen Leute lernen Akteure aus verschiedenen Bereichen, aus unterschiedlichen Generationen und Kulturen kennen, erfahren hautnah etwas über deren Aktivitäten, Tätigkeiten und Rahmenbedingungen. Das betrifft das Engagement für gesellschaftliche Bereiche genauso wie den Einblick in die berufliche Lebenswelt und die Bedingungen in Unternehmen. 

Die Auseinandersetzung mit der Lebensrealität der unterschiedlichsten Menschen (Alter, Herkunft, Geschlecht, Tätigkeits- und Wirkungsbereich) schafft einen Austausch und öffnet den Blick für die Bedürfnisse und Lebensbezüge der Generationen. Die Jugendlichen erfahren im direkten Kontakt, wofür sich z.B. die ältere Generation im Ort interessiert, wie sie ihren Alltag und ihre Freizeit verbringt, was im Ort für sie wichtig ist, welche Lebensgeschichten und besonderen Ereignisse sie beisteuern möchten, was sie aus ihrer Jugendzeit zu erzählen haben oder auch was es früher im Ort gab. 

Die Jugendlichen nehmen sich Zeit und führen Gespräche mit den Älteren. Sie müssen sich im Vorfeld versuchen in die Lebenssituation der Gesprächspartner*innen hinein zu versetzen und überlegen, was sie fragen können, wie sie sich dem Gegenüber und dem Thema annähern können. Es erfolgt ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht - der direkte Kontakt, das direkte Gespräch stehen im Vordergrund.

 

Brücke zur vielfältigen Lebenswelt

Das Projekt schafft eine Brücke zwischen schulischer Innen- und örtlicher Außenwelt. Die Arbeit in der Schülerredaktion, mit einer immer wieder neuen Zusammensetzung der Schülergruppe aus erfahrenen und neuen Mitgliedern, ist eine intensive Auseinandersetzung und Erfahrung eines konkreten beruflichen Alltags. Es ist die Arbeit in einem Redaktionsteam, in das jede und jeder eigene und unterschiedliche Kompetenzen einbringt, die gegenseitig wahrgenommen und im Team genutzt werden. Es gilt gemeinsam ein vorzeigefähiges und hochwertiges Produkt unter relativ realistischen Bedingungen mit einer Terminvorgabe und Öffentlichkeitswirksamkeit herzustellen – eine gute und praxisnahe Erfahrung beruflicher Realitäten. 

Zudem verlangt die Präsentation von Beiträgen aus dem örtlichen Umfeld die Auseinandersetzung mit den Lebensrealitäten der verschiedenen Beteiligten und unterschiedlicher Generationen. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich schrittweise hineinzudenken in die Lebensbezüge anderer Generationen und dadurch auch deren Lebensbedingungen, ihre Themen und Denkweisen zu realisieren und einzubeziehen in Texte und Berichte.  

Die Schülerredaktion vertritt mit ihrer Zeitung die Schule nach außen und bedient eine große Leserschar. Somit gilt es auch, in diesem Projekt ein Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und sich selbst als Teil einer Schulgemeinschaft und eines Teams wahrzunehmen.  Die ständig wiederkehrenden Kontakte nach außen verlangen einen akzeptablen Umgang mit Kontaktpersonen und Gesprächspartnern.