„Dorfgeflüster“

Eine Jugend- und Dorfzeitung für Buer


Das Ende der Schülerzeitung - Start für ein neues Projekt

Die Lindenschule hat sich überraschend von dem Projekt der Dorf- und Schülerzeitung verabschiedet. Im Ort gibt es darüber großes Erstaunen und viel Unverständnis, und auch sehr viel Interesse daran dieses für den Ort so wichtige Projekt in irgendeiner Weise weiter fortbestehen zu lassen. Aus diesem Grunde haben wir vom Team des Jugendwagon Buer die Idee entwickelt, aus der Dorf- und Schülerzeitung eine Jugend- und Dorfzeitung entstehen zu lassen.

Eine große Herausforderung stellt die finanzielle Absicherung solch eines neuen Projektes dar. Diese bedeutet für den Trägerverein, das Netzwerk Jugendhaus Buer e.V., dass z.B. auch die digitale Ausstattung erweitert werden muss für die aktive Mitarbeit der jungen Leute in einer Jugendredaktion. Dafür bemühen wir uns gerade um Fördermittel. Die bisherigen AG-Stunden an der Lindenschule fallen weg, somit auch die einzigen Honorare in diesem Projekt - auch dies muss in irgendeiner Form aufgefangen werden.

Der Verein hat alle bisherigen Sponsoren angeschrieben, inwieweit sie dieses Projekt weiterhin unterstützen würden, wenn die Schule nicht mehr beteiligt ist. Die Resonanz ist überwiegend sehr positiv. Die Corona-Zeit setzt natürlich einigen Unternehmen zu, sodass sie von einer Förderung momentan absehen, einige Förderer sind aber durchaus bereit auch mehr Geld zur Verfügung zu stellen als bisher, weil sie den Wert des Dorfgeflüsters für die Bueraner Bevölkerung allgemein hoch einschätzen und das Projekt auf jeden Fall weiter ermöglichen möchten. Somit entsteht nun so langsam ein finanzielles Grundgerüst, auf das sich dann hoffentlich aufbauen lässt.

 

Spenden-Aktion „Wir retten das Dorfgeflüster - ich bin dabei“ geplant.

 

Die letzte Ausgabe (Nr. 44) der Dorf- und Schülerzeitung liegt nun gedruckt vor. Sie soll am kommenden Wochenende persönlich von Uschi Thöle-Ehlhardt und Werner Zalitta als Hauptakteure des Projektes, im EDEKA-Markt Sven Eric Adam in Buer verteilt werden - verbunden mit einer Spenden-Aktion. „Wir möchten bei allen langjährigen Leserinnen und Lesern des Projektes darum bitten, durch eine private Spende mit dazu beizutragen, dass das Projekt weiterhin umgesetzt werden kann“, erläutert Werner Zalitta die Aktion. Er ist einer der langjährigen Co-Autoren des Dorfgeflüsters mit der Rubrik „Altes Buer“.  „Dafür werden wir im EDEKA eine Spenden-Box aufstellen. Bislang konnten wir das Dorfgeflüster immer kostenlos verteilen - nunmehr seit 9 Jahren mit 44 Ausgaben. Wenn nun ein Großteil unserer treuen Leserschaft bereit ist, dieses langjährige Engagement aller Beteiligten mit einer persönlichen Spende zu unterstützen, sind wir schon ein ganzes Stück weiter.“

„Das Projekt scheint nach allen Anträgen, nach vielen Mails, Gesprächen und Rückmeldungen nun realisierbar zu werden“, freut sich Uschi Thöle-Ehlhardt, die als Vorsitzende des Netzwerk Jugendhaus Buer nun die finanzielle Belastung für den Verein abschätzen muss, über zahlreiche positive Unterstützung und viel netten Austausch. „Schön wäre es nun noch, wenn wir den finanziellen Sockel durch die Beteiligung der treuen Leserschaft noch etwas ausbauen könnten - dann werden wir es gemeinsam schaffen können, auch in diesem Jahr noch drei weitere Ausgaben, und im kommenden Jahr vier Ausgaben auf den Weg zu bringen.“ 

Für das Team vom Jugendwagon ist es wichtig, dass sich junge Menschen an dem Projekt beteiligen. „Uns ist es nach wie vor wichtig, junge Menschen mitzunehmen in die örtliche Gemeinschaft, sie zu beteiligen, sie wahrnehmbar zu machen mit ihren Themen, Interessen und Lebensentwürfen. Die jungen Leute gehören in das Zentrum des Lebens - und auch das wollen wir weiterhin mit diesem generationsübergreifenden Projekt anbieten und umsetzen."

Alle Beteiligten sind sich sicher, dass es für den Ort ein Projekt ist, das viel zum gemeinschaftlichen Erleben beiträgt und Kulturen, Menschen und Generationen verbindet. Aus diesem Grunde hoffen die beiden Akteure am kommenden Wochenende nicht nur auf nette Gespräche, sondern auch auf zahlreiche Unterstützer, denen das Projekt auch einige Euros wert ist. „Selbstverständlich können wir Spendenbescheinigungen ausstellen, wenn das gewünscht wird.“ 

Wer Fragen hat, kann sich am Wochenende gerne beim EDEKA melden – oder bei der Vereinsvorsitzenden unter jugendwagon.buer@web.de oder uschi.thoele@mail.de oder telefonisch unter 0160 97815007.

Der Stand am EDEKA ist besetzt am Freitag, 14.01. von 13 bis 19 Uhr und am Samstag, 15.01. von 8 bis 16 Uhr.


Das Projekt

Die kombinierte Dorf- und Schülerzeitung wurde 2012 ins Leben gerufen unter dem Motto: „Wir holen das Dorf in die Schule und bringen die Schule in das Dorf“.

Die Zeitung wurde initiiert vom Netzwerk Jugendhaus Buer e.V. durch die ehrenamtlich tätige Vorsitzende Ursula Thöle-Ehlhardt. In Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgemeinschaft von Schülerinnen und Schülern der Lindenschule (Oberschulzweig) im Rahmen des Ganztags entsteht das zweiteilige Magazin „Dorfgeflüster“, kombiniert mit der Schülerzeitung „Watch out!“

 

Die Rahmenbedingungen

Das Magazin besteht aus zwei Teilen, die quasi gegengleich gedruckt werden – auf der einen Seite die Dorfzeitung „Dorfgeflüster“, auf der anderen Seite die Schülerzeitung „Watch out!“. Der hochwertige Druck wird durch Sponsoren, Firmen und Unternehmen aus dem örtlichen Umfeld und durch Spenden finanziert. 

Die Ausgaben erscheinen regelmäßig vier- bis fünfmal jährlich, jeweils mindestens 60 Seiten stark, in einer Auflage von 1000 Stück. Die Hefte liegen in Geschäften im Ort aus und werden zusätzlich in den umliegenden Schulen und Kindergärten, in den Seniorenwohnungen und den Alteneinrichtungen, in Praxen und Gaststätten, in die Vereine und beteiligte Unternehmen verteilt.

Arbeitsorganisation

Die beteiligten Schülerinnen und Schüler können in jedem Halbjahr die AG im Nachmittagsangebot des Ganztags der Lindenschule  frei wählen – somit ergibt sich in aller Regel eine sinnvolle Mischung aus schon erfahrenen und neuen Jungredakteur*innen. Diese bringen viel zusätzliches Engagement und Zeit in die Umsetzung des Projektes ein und nehmen zusätzliche Termine für Gespräche, Recherche und Interviews in Kauf. 

Zahlreiche Institutionen und Vereine bereichern die Dorf- und Schülerzeitung durch Beiträge, die sie mit der Redaktion abstimmen. Die Schülerinnen und Schüler werden für Gespräche und Interviews aus den unterschiedlichsten Bereichen angefragt, die sie je nach Zeitbudget in ihrer Freizeit mit Unterstützung ihrer AG-Leiterin bedienen.

Es gibt regelmäßige Rubriken im "Dorfgeflüster", wie z.B. „Altes Buer“, Berichte aus den Vereinen, Seiten für „Kinder Kinder“, „Besondere Tage“ oder „Wochenmarkt“. Die Beiträge über Aktivitäten, Projekte und den Schulalltag in der Lindenschule werden durch die Schülerzeitung "Watch out!" vielen Menschen im Umfeld näher gebracht und ermöglichen so einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Geschehnisse des Schullebens und der jungen Menschen.

Durchführung

Die Arbeit an dem Magazin erfolgt in einer zweistündigen Arbeitsgemeinschaft im Ganztag des Oberschulzweigs für die Klassen 7 bis 9, quasi als wöchentliche Redaktionssitzung. In jedem Halbjahr können sich die Schülerinnen und Schüler neu für die AG anmelden, es können aber auch interessierte AG-Mitglieder über einen längeren Zeitraum dabeibleiben.

Die Schülerinnen und Schüler bringen eigene Themen, Wissensgebiete und Interessen mit ein. Sie reflektieren ihren Schulalltag, aber auch ihre privaten Interessen und nehmen wahr, welche interessanten Dinge es dort zu berichten gibt. 

Weiterhin werden Anfragen oder Zusendungen von Berichten und Wünsche für Interviews diskutiert und dafür Verantwortliche benannt. Die Redaktionsmitglieder laden Menschen aus unterschiedlichen Bezügen zu Interviews und Gesprächen ein oder besuchen diese an ihren Wirkungsstätten – dies alles zusätzlich zu der offiziellen AG-Zeit in der Schule. In der Regel arbeiten die jungen Leute in kleinen Teams, unterstützen sich gegenseitig, verfassen gemeinsam Texte und holen sich bei Bedarf Hilfe und Unterstützung von Mitschüler*innen oder bei Frau Thöle-Ehlhardt.  Außerhalb der wöchentlichen 2 AG-Stunden in der Schule begleitet sie die jungen Leute ehrenamtlich bei vielen ihrer Recherchen und Aktivitäten im Ort. 

Das Layout wird durch einen ehemaligen Schüler der Lindenschule erstellt, der eine Ausbildung als Mediengestalter absolvierte und die Gruppe fachlich begleitet. In die Gestaltung des Layouts fließen immer wieder Ideen der Schülerinnen und Schüler ein.

 

 

 

Zielsetzung

Ziel des Projektes „Dorfgeflüster“ ist es, dass die jungen Menschen einerseits die zahlreichen umfassenden und aufeinander aufbauenden Aktivitäten und Angebote ihrer Schule bewusster wahrnehmen und nach außen tragen – für ihre Mitschüler*innen, aber auch für die interessierten Leser*innen im Ort und im Umfeld. Dabei beschäftigen sie sich mit ihrer eigenen Lebenswelt und entdecken interessante Themenfelder, die es sich lohnt für die Öffentlichkeit vorzustellen – das können neben schulischen Themen auch Hobbys sein, Aktivitäten in Vereinen und Gruppen, ehrenamtliches Engagement, interessante Menschen aus ihrem Umfeld, Alltags- oder Freizeit-Tipps bis hin zu gesellschaftlichen und politischen Themen.

Weiterhin richtet sich das Augenmerk der jungen Leute auch nach außerhalb und beschäftigt sich mit Aktivitäten, Geschehnissen, Menschen im Ort, Initiativen, Vereinen, Firmen, Unternehmen und besonderen Ereignissen aus dem örtlichen Lebensumfeld und auch darüber hinaus. Dadurch entsteht ein direkter Bezug in die reale Lebenswelt und eine Auseinandersetzung mit dieser. Die jungen Leute lernen Akteure aus verschiedenen Bereichen, aus unterschiedlichen Generationen und Kulturen kennen, erfahren hautnah etwas über deren Aktivitäten, Tätigkeiten und Rahmenbedingungen. Das betrifft das Engagement für gesellschaftliche Bereiche genauso wie den Einblick in die berufliche Lebenswelt und die Bedingungen in Unternehmen. 

Die Auseinandersetzung mit der Lebensrealität der unterschiedlichsten Menschen (Alter, Herkunft, Geschlecht, Tätigkeits- und Wirkungsbereich) schafft einen Austausch und öffnet den Blick für die Bedürfnisse und Lebensbezüge der Generationen. Die Jugendlichen erfahren im direkten Kontakt, wofür sich z.B. die ältere Generation im Ort interessiert, wie sie ihren Alltag und ihre Freizeit verbringt, was im Ort für sie wichtig ist, welche Lebensgeschichten und besonderen Ereignisse sie beisteuern möchten, was sie aus ihrer Jugendzeit zu erzählen haben oder auch was es früher im Ort gab. 

Die Jugendlichen nehmen sich Zeit und führen Gespräche mit den Älteren. Sie müssen sich im Vorfeld versuchen in die Lebenssituation der Gesprächspartner*innen hinein zu versetzen und überlegen, was sie fragen können, wie sie sich dem Gegenüber und dem Thema annähern können. Es erfolgt ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht - der direkte Kontakt, das direkte Gespräch stehen im Vordergrund.

 

Brücke zur vielfältigen Lebenswelt

Das Projekt schafft eine Brücke zwischen schulischer Innen- und örtlicher Außenwelt. Die Arbeit in der Schülerredaktion, mit einer immer wieder neuen Zusammensetzung der Schülergruppe aus erfahrenen und neuen Mitgliedern, ist eine intensive Auseinandersetzung und Erfahrung eines konkreten beruflichen Alltags. Es ist die Arbeit in einem Redaktionsteam, in das jede und jeder eigene und unterschiedliche Kompetenzen einbringt, die gegenseitig wahrgenommen und im Team genutzt werden. Es gilt gemeinsam ein vorzeigefähiges und hochwertiges Produkt unter relativ realistischen Bedingungen mit einer Terminvorgabe und Öffentlichkeitswirksamkeit herzustellen – eine gute und praxisnahe Erfahrung beruflicher Realitäten. 

Zudem verlangt die Präsentation von Beiträgen aus dem örtlichen Umfeld die Auseinandersetzung mit den Lebensrealitäten der verschiedenen Beteiligten und unterschiedlicher Generationen. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich schrittweise hineinzudenken in die Lebensbezüge anderer Generationen und dadurch auch deren Lebensbedingungen, ihre Themen und Denkweisen zu realisieren und einzubeziehen in Texte und Berichte.  

Die Schülerredaktion vertritt mit ihrer Zeitung die Schule nach außen und bedient eine große Leserschar. Somit gilt es auch, in diesem Projekt ein Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und sich selbst als Teil einer Schulgemeinschaft und eines Teams wahrzunehmen.  Die ständig wiederkehrenden Kontakte nach außen verlangen einen akzeptablen Umgang mit Kontaktpersonen und Gesprächspartnern.